Viele Starts und hohe Leistungsdichte

Am 15. und 16. Juli machte der DMFV-Akrozirkus beim MBC Bühlertal e. v. in Kottspiel bei Bühlertann im Süden der Republik Station.

Trotz Urlaubszeit hatten wir auf der Starterliste 28 angemeldete Teilnehmer. Die meisten reisten bereits am Freitag an, um am freien Training teilzunehmen und sich an die Platzverhältnisse zu gewöhnen.

Sven Steinhauer und sein Team vom MBC haben eine nahezu perfekte Infrastruktur auf dem großräumigen Fluggelände geschaffen. Sie sorgten nicht nur für Strom, Wasser, Toiletten und ein großes Festzelt, wenn wirklich mal was benötigt wurde, war es ruckzuck organisiert. Ein Höhepunkt war mit Sicherheit am Samstagabend das gegrillte Spanferkel. Außerdem scheinen sie einen guten Draht zu Petrus zu haben. Respekt vor der Teamleistung der Vereinsmitglieder und deren Partnerinnen.

Bei einem Starterfeld dieser Größenordnung schrie es geradezu nach vielen Flügen. So war es das Ziel, möglichst viele Durchgänge zu schaffen und diese so zu gestalten, dass dabei weder Hektik bei den Teilnehmern auf kam, noch die Schlepppiloten, die Punktrichter und die vielen weiteren fleißigen Hände über Maßen strapaziert wurden. Schließlich waren etliche dabei, die bei dieser Veranstaltung nicht nur Teilnehmer waren, sondern sich zusätzlich in weiteren Bereichen engagierten. Das alles bei hochsommerlichen Temperaturen.

Aber genau das macht uns aus.

Nachdem am Freitag die meisten Vorbereitungen abgeschlossen, ein VW-Bus zum Akromobil umgebaut, die EDV und die Musikanlage installiert waren, konnten wir am Samstag pünktlich um 9:00h die Veranstaltung eröffnen. Bei traumhaftem Flugwetter hielt Sportreferent Christoph Fackeldey in gewohnt lockerer und professioneller Art das Briefing ab und kurz darauf war auch schon der erste Starter der Rookies in der Luft.

In dieser Einsteigerklasse konnten wir 2 Newcomer begrüßen, Damian Busch und Manuel Kuss. Wer nun denkt, hier herrscht kein fliegerischer Anspruch, der irrt. Die beiden lieferten sich einen regelrechten Schlagabtausch auf einem Niveau, das sie zu Recht zur Akrofamilie zählen lässt. Am Ende hatte Manuel die Nase vorn und konnte diese Klasse für sich entscheiden. Das soll jetzt auf keinen Fall abschreckend klingen. Wer sich für Segelkunstflug mit Modellflugzeugen interessiert, ein solches besitzt und beherrscht, ist herzlich willkommen. Diese Klasse ist dafür gemacht, um in die Szene reinschnuppern zu können und mal Wettbewerbsfeeling zu spüren. Wir freuen uns über jeden neuen Piloten, der Spaß an dieser Sache hat und zu uns kommt.

Ebenfalls erfreulich, dass die beiden Gebietsbeauftragten Rainhard Grab und Jürgen Lutz aus dem hiesigen Gebiet Baden-Württemberg I uns besuchten und ausgiebig sich mit dem Thema Segelkunstflug vor Ort durch Gespräche mit vielen Teilnehmern beschäftigten und auch die Siegerehrung unterstützten. Es wäre doch klasse, wenn auch aus dem Kreise der Ehrenamtsträger noch mehr den Weg zum aktiven Sport finden.

In der Klasse Advanced ging es ebenfalls heiß her. 12 Piloten kämpften um die Punkte. Wie knapp hier die Platzierungen auseinander lagen, konnte man spätestens bei der Siegerehrung feststellen. In einem Fall trennte weniger als ein Punkt die beiden Platzierten voneinander. In Durchgang 5 erreichte man mit 943 Promillepunkten gerade noch so den vorletzten Platz.

Im ersten Durchgang legte der Segelkunstflug-Newcomer Helmut Hienz, der hier in Bühlertann seinen ersten Akrowettbewerb auf deutschem Boden absolvierte, gleich mal mit einem 1000er die Latte für die anderen dementsprechend hoch. Das stachelte den heimlichen Favoriten Dominik Grebe und die anderen Verfolger umso mehr an.

Pech in diesem Durchgang hatte Manfred Buch, der durch eine Außenlandung einen Schaden am Modell erlitt und deshalb nicht mehr weiter fliegen konnte. Aber ich denke, beim nächsten Wettbewerb wird er auf alle Fälle wieder dabei sein.

Am Ende konnte dann doch Helmut vor Adrian Albert, der sich stetig steigerte, und Dominik, der leider etwas Pech mit dem ein und anderen Turn hatte, die Sportklasse für sich entscheiden.

Nun zur Unlimited, der Königsklasse im Segelkunstflug. 10 Piloten gingen hier an den Start, und kämpften um den Sieg. In dieser Klasse ist zur Zeit eine gewisse Bewegung festzustellen. Auf der einen Seite flogen hier altbekannte Namen wie Florian Vogelmann, der Wettbewerbsleiter Dominik Braun und Christian Rückert auf einem dementsprechenden Level mit, auf der anderen Seite war festzustellen, dass sich Aufsteiger, wie beispielsweise Klaus-Peter Müller, Kai Zimmer und Peter Albert durch hervorragende Leistungen etabliert haben und die Konkurrenz keinesfalls zu scheuen brauchen.

Bedingt durch das passende Flugwetter, die Anzahl der Piloten und der Disziplin aller Beteiligten, konnten wir an diesem Samstag bis 19:00h fünf komplette Durchgänge in allen Klassen fliegen. Nicht nur die Seglerpiloten, sondern auch die Schlepper und die Punktrichter und ihre Schreiber haben einen super Job gemacht. Es ist anspruchsvoller, als man vielleicht im ersten Moment denkt rund 170 mal ein Segelflugzeug auf exakt der gleichen Höhe und an derselben Stelle in der Kunstflugbox abzusetzen. Auch erfordert es enorme Konzentration der Punktrichter sich jeden Flug genau anzuschauen und dementsprechend zu bewerten.

Der Sonntagmorgen stand ganz im Zeichen der Kür.

Sie ist das Highlight eines jeden Akrowettbewerbs, kann doch der Pilot die Figuren nach seinem Geschmack selbst auswählen und zusammenstellen. Hier kann er seiner Kreativität und seinem fliegerischen Können freien Lauf lassen. Eine Darbietung, die dementsprechend zelebriert und mit Musik und Rauch untermalt ist, kann sowohl bei Piloten als auch Zuschauern Gänsehaut erzeugen. Am „Plattenteller“ agierte Annika Reichmann als DJane, die jeden Piloten punktgenau mit seiner Wunschmusik versorgte.

 

Es gab viele sehr schöne und gute Flüge zu sehen. Trotzdem möchte ich zwei Piloten hervorheben, die diese Aufgabe regelrecht dominierten. Dominik Braun und Florian Vogelmann haben mit ihren Darbietungen mal wieder gezeigt, wo der berühmte Hammer hängt und was mit einem Segelkunstflugzeug alles möglich ist.

Während bei der Advanced die Startreihenfolge beibehalten wird, wird bei der Unlimited in umgekehrter Rangreihenfolge gestartet. Dominik war bis zu diesem Zeitpunkt auf Platz 2 und startete dementsprechend als vorletzter vor Florian. Dominik legte mit einem hohen Schwierigkeitsfaktor einen wahnsinnigen Flug hin und unterstrich damit mal wieder seine These, nicht nur das Leben, sondern auch Akrosegelflug ist kein Ponyhof. Was dann Florian zeigte, kann man durchaus als fliegerisches Feuerwerk bezeichnen. Nicht nur, dass er sehr dynamisch, exakt und harmonisch flog, er ist immer wieder für eine Überraschung gut und fliegt Manöver, mit denen vorher keiner gerechnet hatte. Dass er von seinen Konkurrenten nach diesem Flug mit einer Laolawelle beglückwünscht wurde, zeigt einmal mehr den kameradschaftlichen Umgang untereinander in dieser Sparte des Modellflugs. Verdient gewann er dann auch seine Klasse mit 6000 Punkten vor Dominik Braun und Jan Rottmann.

Abgerundet wurde dieser Regionalwettbewerb durch eine letzte Bekannte. Es wurden also insgesamt sieben Durchgänge geflogen, eine enorme Anzahl, die den Piloten auch als Vorbereitung zur diesjährigen Deutschen Meisterschaft dienen und mit der Siegerehrung gegen 15:00h endete.

Es gibt noch eine optimale Trainingsmöglichkeit beim Regio Mitte in Edertal Mitte August vor dem großen Contest-Showdown zur 20. Int. DM in Bad Wörishofen – noch nicht angemeldet, here we go:

Anmeldungen 2017 Regio´s, Schulungen, Contest/D

Bericht: Michael Müsel

Fotos: Christoph Fackeldey, Annika Reichmann